Die Hamburger Südsee-Expedition von 1908/10: ein „Leuchtturmprojekt“ der Wissenschaft

Als das Hamburger Expeditionsschiff „Peiho“, chinesisch für „Drache“, 1910 aus der Südsee zurückkehrte, waren die Ergebnisse seiner zweijährigen Reise eine Sensation. Sie stießen auf breites öffentliches Interesse, begründeten den Ruf Hamburgs als Wissenschaftsstandort und versorgten das neugegründete Völkerkundemuseum (heute MARKK – Museum am Rothenbaum. Kulturen und Künstler der Welt) mit bedeutenden, bis dahin nie gesehenen Exponaten. Die Hamburgische Wissenschaftliche Stiftung, die die spektakuläre Expedition organisiert hatte, lässt sie 2019 mit einer Buchveröffentlichung noch einmal aufleben, diesmal mit Unterstützung der Bodo Röhr Stiftung.
Die Hamburgische Wissenschaftliche Stiftung wurde 1907 zur Förderung der Wissenschaften in Hamburg gegründet. Zu Beginn förderte sie die Reihe groß angelegter Forschungsvorhaben, das spektakulärste und bis heute teuerste Projekt war die völkerkundliche Südsee-Expedition zum Bismarck-Archipel und den Karolinen.
Geplant ist ein Buch über die in dieser Form weltweit einmalige Reise. Für die ebenso opulente wie wissenschaftlich ergiebige Publikation, die im Wallstein-Verlag in der Buchreihe „Wissenschaftler in Hamburg“ erscheinen wird, soll ein bisher ungezeigter Teil der Südsee-Sammlung erstmals fotografiert und digitalisiert werden. Ein spannendes Lese-Abenteuer ebenso wie ein wichtiger Beitrag zum kulturellen Austausch zwischen Hamburg und einer Welt, die damals noch eine weitgehend unbekannte war.


Aktuell auch nach 400 Jahren: Bundesjugendballett trifft Shakespeare

Er ist zeitlos wie sonst niemand. William Shakespeares Werke spiegeln menschliche Abgründe und Möglichkeiten so poetisch und präzise, dass sie nie an Aktualität und noch viel weniger an Anziehungskraft verloren haben. So lassen sich seine Werke immer wieder neu entdecken und interpretieren, und genau das tut jetzt das Bundesjugendballett. Unterstützt von der Bodo Röhr Stiftung stellt Intendant John Neumeier seiner jungen Compagnie Choreografien seiner eigenen Shakespeare- Ballette zur Verfügung, die die jungen TänzerInnen zu einer Collage aus Tanz, Musik, Theater und Poesie verbinden.
Das Ernst Deutsch Theater geht gemeinsam mit TänzerInnen, SchauspielerInnen, MusikerInnen und ChoreographInnen dem Shakespeare-Phänomen nach und möchte Schülern und jungen Menschen den Zugang zu seinem Werk ermöglichen. Das Theater bietet darüber hinaus Workshops mit Mitgliedern des Ensembles im Theater oder in der Schule an.


Der Hafen im Hafen: Seemannsmission „Duckdalben“

Kurze Liegezeiten, eine fremde Welt, eine andere Kultur – gerade Seeleute brauchen oft einen sicheren Hafen, einen Ort, der sie herzlich willkommen heißt. Sie brauchen Menschen, die den Gästen aus aller Welt mit Freundlichkeit, Engagement und Respekt entgegenkommen, die sich ihrer Wünsche und Nöte annehmen. Glücklich ist da, wer Hamburg anläuft: Die Hansestadt besitzt mit dem Duckdalben seit 1986 einen Treffpunkt, der sogar schon als „bester Seemannsclub der Welt“ ausgezeichnet wurde. 7 Tage die Woche, 364 Tage im Jahr bietet dort ein engagiertes Team Seeleuten aller Nationen vielfältige Serviceleistungen und vor allem Kommunikation: vom Telefongespräch in die Heimat über aktuelle Presse in vielen Sprachen bis hin zu gemeinsamen Gottesdiensten aller Konfessionen.
Diese gastfreundliche Anlaufstelle ist längst eine Institution in der internationalen Seefahrt und ein Stück echter Hamburger Kultur. Damit das so bleibt, damit sich das „Duckdalben- Team“ auch weiterhin mit seinem weltweit bekannten Elan dem „support of seafarers´dignity“ verschreiben kann, unterstützt die Bodo Röhr Stiftung die Anschaffung eines neuen Kleinbusses, um die Gäste von den weit verstreuten Schiffsliegeplätzen zum Hafen im Hafen zu befördern.


Mehr Plattdeutsch für Hamburgs Uni

Immer weniger Studenten kommen mit Niederdeutsch – Kenntnissen an die Hamburger Universität.
Um dennoch das Interesse am Plattdeutschen zu wecken und zu unterstützen, um die „Ursprache“ Hamburgs nicht aussterben zu lassen, bietet das Institut für Germanistik seit Jahren Niederdeutsch-Kurse an.
Die Bodo Röhr Stiftung fördert nicht nur dieses Projekt, sondern darüber hinaus auch die Ausstattung der Universitätsbibliothek mit neuer Literatur zum Niederdeutschen


Aus Hamburg für Hamburg: Plattdeutscher Tag 2020

Vereine, Initiativen und andere Organisationen zu vernetzen, die niederdeutsche Sprache ins öffentliche Bewusstsein zu rücken, möglichst viele Hamburger zu erreichen – dem hat sich der Plattdüütschroot för Hamborg seit 2003 verschrieben.
Das sind Ziele, die auch unserem Stifter Bodo Röhr sehr am Herzen lagen, und so unterstützt die Bodo Röhr Stiftung auch 2020 den Plattdeutsch-Tag des Vereins, der Veranstaltungen an verschiedenen Orten bieten wird, in Theatern, Bibliotheken, Kirchen, Kulturhäusern, Heimatvereinen und beliebten Treffpunkten wie Planten und Blomen oder Hagenbecks Tierpark. Medienpartner sind das Hamburger Abendblatt und der NDR.


Bilder zum Lesen:
das Kinderbuchhaus im Altonaer Museum

Bücher und Bilder, Texte und Illustrationen – eine Verbindung, die Kinderliteratur lebendig werden lässt. Mit dem Lesen der Bilder beginnt das Lesenlernen, und sie sind es oft, die die Phantasie auf die Reise schicken, ein Buch zum Erlebnis machen. Diesem so wichtigen Bestandteil der Kinder- und Jugendliteratur widmet sich das Kinderbuchhaus im Altonaer Museum. Es ist einer der wenigen Orte in Deutschland, der Originalillustrationen in wechselnden Ausstellungen und dauerhaft präsentiert. Ein ambitioniertes Werkstattprogramm, dazu Lesungen, Vorträge, Debatten und Präsentationen für Kinder, Jugendliche und interessierte Erwachsene runden das Programm ab. In Schulen und Kitas, in der Lehrer- und Erzieherfortbildung inzwischen ein gern genutztes Angebot.
Das Kinderbuchhaus ist ein Ort lebendiger Buchkultur, gleichermaßen beliebt bei jeder seiner Zielgruppen. Seit 13 Jahren ist es, als eigenständig arbeitende Institution, zu Gast im Altonaer Museum. Die Förderung der Bodo Röhr Stiftung ermöglicht nun nicht nur den Umzug in mehrere eigene Räume im Erdgeschoss des Museums, sondern auch, zum ersten Mal, Planungssicherheit über mehrere Jahre hinweg.


Jugendsprache Niederdeutsch?
Sprachgebrauch und Spracheinstellungen von Hamburger Jugendlichen

Wie sprechen Hamburger Jugendliche heute? Was bedeutet Ihnen das Niederdeutsche? Mit diesen Fragestellungen befasst sich bis 2021 das Forschungsprojekt „Niederdeutsch als Jugendsprache? Sprachgebrauch und -einstellungen von Hamburger Jugendlichen“ der Universität Hamburg, das von uns gefördert wird. Ziel ist es, fundierte Prognosen über die zukünftige Entwicklung des Niederdeutschen zu erstellen und zu untersuchen, inwieweit entsprechende Angebote in Schulen und öffentlichen Institutionen zum Spracherhalt beitragen können.


Seiteneinsteiger:
das große Hamburger Lesefest

Kinder und Jugendliche für Sprache und Literatur zu begeistern war eines der Hauptanliegen unseres Gründers. So ist es naheliegend, dass sich die Bodo Röhr Stiftung an der Finanzierung des seit 2005 fest etablierten Hamburger Lesefestes beteiligt. Wir sind Hauptförderer im Bereich Literatur und Sprache und ermöglichen mehr als 50 Veranstaltungen. Der Verein Seiteneinsteiger e.V. präsentiert hier das vielfältige Angebot Hamburgs als Hochburg der deutschen Kinder- und Jugendliteratur.


Historicus:
Zeitreise durch Hamburgs Geschichte

Zusammen mit den Autoren Jan und Irene Haarmeyer konnten wir Hamburger Viertklässler auf eine spannende interaktive Reise durch Hamburgs Geschichte schicken. Start war das Europäische Kulturerbe 2018, Medium unter anderem das Buch „Historicus. Eine spannende Zeitreise durch die Geschichte Hamburgs“, Ziel ein besseres Verständnis
für historische Zusammenhänge und nicht zuletzt für die eigene Herkunft und Identität. Die Bodo Röhr Stiftung ist Hauptförderer von diversen Veranstaltungen.


Glückliche Verbindung:
das Ohnsorg Studio

Die Bodo Röhr Stiftung ist der größte private Förderer des Ohnsorg-Theaters und vor allem des Ohnsorg Studios – eine für beide Seiten glückliche Verbindung. Ganz im Sinne unseres Stifters gelang es dem Studio, durch eine frische und lebendige Sprache auch Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene für das Plattdeutsche zu begeistern. Zweisprachige Inszenierungen sorgen dafür, dass auch Neulinge den Stücken problemlos folgen können. Eine umfassende theaterpädagogische Begleitung rundet das Angebot ab. Im Ohnsorg-Jugendclub können Jugendliche darüber hinaus eigene Stücke entwickeln und auf die Bühne bringen.
Für dieses Konzept ebenso wie für herausragende Inszenierungen wurde das Ohnsorg Studio vielfach ausgezeichnet. Wir freuen uns, eine so beliebte und über die Stadtgrenzen hinaus bekannte Hamburger Institution unterstützen zu können.